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Kino in vielen Farben | Janusz Wróblewski
Wir haben keinen wohlhabenden Förderer wie Rumänien Frankreich hat. Wir werden nicht partnerschaftlich behandelt. An Koproduktionen sind polnische Gelder mit der höchsten Summe beteiligt. Beispielsweise müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden, damit man Förderungen von Eurimages bekommt. Für die Beteiligung eines westlichen Produzenten, der weniger als 10 Prozent des Budgets übernimmt, verlangen die Vermittler riesige Summen und schlucken somit den wesentlichen Teil dieser Beteiligung. Wir denken lokal. Welches Land steckt Geld in ein Kunstprojekt, das nur für uns von Bedeutung und nur für uns verständlich ist?
Wałęsa nach Głowackis Vorlage
Eine gute Lösung scheint zu sein, eine Kooperation anzuregen, die mit berühmten und interessanten Künstlern arbeitet. Das Problem ist nur, dass wir nur wenige allgemein bekannte und international vermarktete Namen haben. Seit Jahren ist das der gleiche Kreis: Wajda, Zanussi, Holland, Skolimowski. Von den jungen: Andrzej Jakimowski, Dorota Kędzierzawska, vielleicht Jacek Borcuch.
Eine besondere Stellung nimmt Małgorzata Szumowska ein, die kürzlich Leiterin der polnischen Abteilung in der dänischen Firma Zentropa geworden ist, der dynamischen Produktionsfirma von Lars von Trier, die unter anderem bereits Vertretungen in Deutschland, Litauen und in Ungarn hat. Der Unterschied zwischen Zentropa und Warner besteht darin, dass die Dänen sich vor allem für künstlerische Projekte interessieren, und nicht für kommerzielle. Hinter Szumowska steht also eine potente, gut platzierte Marke, was sie zusätzlich zu einer Gestalt in der ersten Liga Europas macht.
„Was die Themen angeht, so ist es nicht leicht, weil es einen gemeinsamen Nenner der Staaten geben muss, die beim jeweiligen Projekt mitmachen. Ein Beispiel ist der Film über Johannes Paul II., den ich produzieren durfte“, sagt Sławomir Jóźwik, der ehemalige Direktor der Filmagentur von TVP, Koproduzent der Papstbiografie von Jon Voight. Der Film konnte an viele Fernsehsender verkauft werden, dank dessen hat er sich schnell rentiert.
Welche Themen würden westliche Sponsoren (und Zuschauer) noch interessieren? „Ganz sicher schwierige, komplizierte, intrigante Liebesgeschichten. Ein innovativer Blickwinkel auf Emotionen. Die Probleme junger Menschen. Die Schicksale von Underdogs und ethnischen Minderheiten. Von den historischen Themen vielleicht Division 303, vielleicht Monte Cassino, Jan Karski, aber der Warschauer Aufstand schon nicht mehr“, zählt Kwieciński auf und fügt hinzu, dass es schwer ist, bei uns Künstler zu finden, die in universellen Kategorien denken. Er weiß, wovon er spricht, weil er gerade eine internationale Koproduktion über Lech Wałęsa vorbereitet. Das Drehbuch schreibt Janusz Głowacki. Regie führen soll Andrzej Wajda. Im Mai beginnen die Dreharbeiten. „Zum Glück gibt es hier keine Probleme“, erklärt er. „So einen Film will jeder gern sehen.“
Nach Meinung von Maciej Karpiński, zuständig für internationale Angelegenheiten beim PISF [Polnisches Institut für Filmkunst], besteht ein großes Problem in der fehlenden Ambition der Produzenten, Regisseure, und vor allem der Drehbuchautoren, die sich allein mit der Unterhaltung des einheimischen Publikums zufrieden geben. Polen hat ein funktionierendes Finanzierungssystem. Es entstehen immer mehr Filme (über 40 jährlich). „Dabei kann man selbst lokale Geschichten“, so Karpiński, „auf universelle Weise erzählen.“
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