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Die Memel | Uwe Rada
Nach seinem Buch „Die Oder" (2009) legt Uwe Rada nun eine Biografie der Memel vor. Sein Buch ist eine Komposition aus historischer Erzählung, journalistischer Reisereportage und literarischem Porträt. Gerade diese Kombination macht das Buch zu einem Lesevergnügen und zu unserem Buch des Monats.
Ein Faszinosum war die ostmitteleuropäische Flusslandschaft Memel (litauisch Nemunas, weißrussisch Njoman, russisch Neman und polnisch Niemen) schon immer gewesen. Man denke an die Arbeiten von Marion Gräfin Dönhoff, Christian von Krockow oder Siegfried Lenz. Für Deutsche war es eine Grenzlandschaft zu Polen, für die Polen eine zu den Litauern und Russen (kresy). Die Memel als Arterie dieser Grenzlandschaft tauchte ebenfalls in der polnischen Literatur auf, u. a. beim Nationaldichter Adam Mickiewicz.
Die historische Wahrnehmung der Memel ist wechselhaft. Für die einen ist sie das Symbol einer untergegangenen Geschichtslandschaft – der Strom Ostpreußens. Für andere symbolisiert sie das Zusammenleben von Deutschen und Litauern, Polen und Weißrussen, Russen und Juden in der Zeit vor den großen Verfolgungen des 20. Jahrhunderts.
Uwe Rada folgt dem historisch-geographischen Lauf dieses Flusses von Minsk bis ins Kurische Haff und lässt die Städte und Landschaften beiderseits des Flusses lebendig werden. Er begegnet dabei Kaufleuten, Fischern und Flößern, berichtet von der Nationalisierung der Memel, von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, und er zitiert Gedichte und Romane, die entlang der Memel spielen. Eine bildreiche Reise entlang dieses faszinierenden Stromes.Radas Buch ist vom Goethe-Institut, der Robert-Bosch-Stiftung sowie der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit unterstützt worden – eine Reihe von Referenzen, die für die Güte dieses Werkes sprechen.
"Der Berliner Journalist versteht es sehr geschickt, die zeitweilig ausgelöschte und in Deutschland vergessene Geschichte wieder zum Leben zu erwecken. Sein Kaleidoskop bunter Bilder erweckt beim Lesen den Wunsch, die Länder an der Memel möglichst bald zu besuchen." Deutschlandradio Kultur
"Dem Osteuropa-Kenner ist es gelungen, einen Staunen machenden, lehrreichen Bilderbogen eines zutiefst europäischen Flusses zu zeichnen. Vorsicht: Das Buch könnte Sie Reisepläne schmieden lassen." Kieler Nachrichten
Die Memel.
Kulturgeschichte eines europäischen Stromes
Siedler Verlag 2010
ISBN 9783886809301
19,90 Euro
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